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11.03.2025Henriette Kretz spricht vor Schülerinnen und Schülern

Henriette Kretz
Henriette Kretz begrüßt die Schülerinnen und Schüler
Die Anwesenden kommen ins Gespräch mit Henriette Kretz
Die Anwesenden kommen ins Gespräch mit Henriette Kretz
Eintrag ins Buch der Stadt
Eintrag ins Buch der Stadt
Gruppenbild mit Henriette Kretz
Gruppenbild mit Henriette Kretz

80 Jahre nach Ende der Nazi-Terrorherrschaft sind Menschen, die den Holocaust selbst erleben mussten und ihre Geschichte selbst erzählen können, selten geworden. Deshalb haben Neuwieds Bürgermeister Peter Jung, Kreis-Beigeordneter Philippp Rasbach sowie die beiden Schulleiter Helmut Zender (RWG) und Frank Michael Strauss (WHG) nur zu gern die Gelegenheit ergriffen, als die Leiterin der Landesschule für Blinde und Sehbehinderte, Valerié Jülich Albeck, anbot, Kontakte zu Henriette Kretz und dem Maximilian-Kolbe-Werk herzustellen.

„Die nächste Generation wird eine solche Gelegenheit nicht mehr bekommen. Ihr müsst diese Erfahrungen daher weitertragen. Hass, Hetze und Ausgrenzung dürfen in unserer Gesellschaft nie wieder Platz haben“, rief sie am Ende den rund 150 versammelten Oberstufenschülerinnen und -schülern zu.

Ihre Geschichte beginnt mit einer unbeschwerten Kindheit als Tochter einer jüdischen Familie in der heutigen Westukraine, die mit dem Überfall der Deutschen jäh zu Ende ging. Erst floh die Familie in das damals sowjetisch besetzte Lemberg (Lwiw), doch die Nazis holten sie 1941 ein und siedelten sie ins jüdische Ghetto um, wo sie unter ständiger Gefahr um ihr Leben fürchten mussten. Immer wieder gelang es ihrem Vater, die Familie mit Hilfe von Bekannten oder durch Bestechung vor der Ermordung zu retten bis die Nazis - schon auf dem Rückzug befindlich - sie auf einen ihrer Todestrecks mitschleifen wollten.

Henriette Kretz, gerade 9 Jahre alt, musste miterleben, wie ihre Eltern von den Nazis erschossen wurden. In panischer Angst flieht sie in eine ausweglose Situation, da sie als polnische Jüdin von den Nazis als Untermensch angesehen wurde, und kaum jemand wagen würde, ihr zu helfen, um nicht selbst in Lebensgefahr zu geraten. Und dennoch trifft sie auf Menschen, die genau das getan haben und so ihr Vertrauen in die Menschheit gerettet haben. Celina, eine katholische Ordensschwester gewährte ihr Unterschlupf in einem Waisenhaus, wo Henriette Kretz den Krieg überlebte.

Seit rund 20 Jahren ist Henriette Kretz als Botschafterin des Maximilian-Kolbe-Werks unterwegs und sucht das Gespräch mit Kindern und Jugendlichen im Land der ehemaligen Täter. Sie gibt ihren Zuhörerinnen und Zuhörern mit, dass Hass nur zerstörerisch wirkt. Grenzen zu schließen sei nicht möglich, weil Menschen immer fliehen werden, wenn sie nicht gut und frei leben können.

Das Gruppenbild zeigt von links: RWG-Direktor Helmut Zender, Stefanie Roth (Maximilian-Kolbe-Werk), Zeitzeugin Henriette Kretz, Bürgermeister Peter Jung, Valerié Jülich-Albeck (Leiterin Landesschule für Blinde und Sehbehinderte), WHG-Direktor Frank Michael Strauss, Walter Sefrin (2. Vorsitzender Deutsch-Israelischer Freundeskreis Neuwied) und Kreis-Beigeordneter Philipp Rasbach

Fotos: Stadt Neuwied/Ulf Steffenfauseweh

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